Der Auslöser

30.05.2012. Nachdem der Monat von Anfang bis Ende beschissen war, muss natürlich als Krönung auch noch meine externe Festplatte den Geist aufgeben. Zugegeben, nach fünf Jahren steht ihr das wohl zu, aber auf meinem neuen Rechner hatte ich die Daten noch nicht gesichert. Und so sah es aus, als ob 10 Jahren Fotos und diverse wichtige Daten für immer weg sein sollten.

Nachdem mein Freund einen Datendoktor im Internet gefunden hatte, machte ich sofort einen Termin. Bereits am Telefon bestätigte er mir, dass sich das nun erst einmal nicht so schlimm anhörte. Für den Fall, dass meine Daten gerettet werden könnten, würde das Ganze um und bei 200 Euro liegen plus neue Festplatte von ca 60 Euro. Natürlich ärgerte mich der Preis, verglichen zu dem Nervenzusammenbruch den ich erleiden würde, wenn ich nie wieder an all die Daten kommen würde, jedoch nichts.

Wenige Tage später erhielt ich eine neue Festplatte mit den gesicherten Daten. Einen Abend später schaute ich, ob alles wichtige noch da war und landete so bei den ganzen alten Fotos. Es ging immer weiter zurück in die Vergangenheit, bis ich schließlich bei Fotos aus dem Jahr 2006 angekommen war. Damals wohnte ich in einer WG mit einer Freundin, es war Sommer und ich war schlank! Ungefähr 65 Kg. Es kamen immer mehr Fotos aus dieser Zeit. Im knappen Oberteil, im Bikini und ich saß staunend vor dem Rechner und dachte „Ach, so siehst du eigentlich aus. Unter dem ganzen Übergewicht ist ja eine richtig süße Figur versteckt!“. Das alles war nur sechs Jahre her. Natürlich sind sechs Jahre auf der anderen Seite auch eine lange Zeit. Aber es handelte sich hier definitiv um ein Foto, auf dem ich 21 war und nicht 15. Das sollte doch wieder machbar sein!

In einem Anflug von Gefühlen wie Wut, Ehrgeiz, Kampfeslust und Freude eigentlich ja doch ganz gut auszusehen (irgendwo darunter), druckte ich eines der Fotos ins Din A 4 aus und klebte es an den Kühlschrank. Zusammen mit der Info, dass DAS 65 Kg sind. In der Hoffnung, dass dieser billige Trick tatsächlich funktioniert, machte ich ebenfalls eine Tabelle fertig, auf der ich ab sofort jeden Montag mein Gewicht eintragen sollte. Die erste Zahl war 92,7 Kg. Ein schier unmögliches Unternehmen. Doch hatte es mit der Chemotherapie nicht genau so funktioniert? Und ebenso mit dem Aufbau der Seite „Weil du schön bist“? Am Anfang steht man vor einem großen Berg. Und wenn man einen Schritt nach dem anderen macht, kommt man irgendwann an.

Da ich mich zum Teil vorher immer mal wieder mit Ernährung beschäftigt habe, waren einige Dinge ganz einfach. Auf Süßes weites gehend zu verzichten, viel Tee und Wasser trinken, viel Obst und Gemüse essen. Abends jedoch bestenfalls auf Obst zu verzichten. Nur essen wenn man wirklich ein Hungergefühl hat. Oftmals reicht es, einen Tee zu trinken, da man oft durst mit hunger verwechselt. Wenn man zwischendurch mal Appetit hat, eine Tomate, Gurke, Möhre oder Kohlrabi essen. Sollte man dann immer noch ein Grummeln im Magen haben, ein kleines Stück Käse. Fleisch ich, bis auf meinen lieblings Koreaner bereits weites gehend aus meinen Essplan gestrichen.

Und so hörte ich, dass erste Mal seit langer, langer Zeit auf meinen Körper und hatte bereits am Ende der Woche über ein Kilo weniger…

Tipps:

sucht euch einen Tee der euch schmeckt! Ich habe in dieser Zeit die Tees von Yogi für mich entdeckt. Besonders lecker ist der Sweet Chilli, da er wirklich ein wenig süß ist. Manchmal hat man einfach nur Lust auf Geschmack. Anstatt dann etwas zu essen, am beste einen Tee trinken.

Es ist tatsächlich so! Ich habe für mich persönlich fest gestellt, wenn ich ab 18 Uhr keine Kohlenhydrate mehr esse, nehme ich schneller ab. Wenn ihr Abends noch Appetit habt, schneidet euch eine große Tomate klein und würzt sie mit gutem Salz und Pfeffer. Auch mit Möhren hat man sehr viel Spaß. Wie früher einfach zuerst die äußere Schicht abbeißen, bis man zum süßeren Kern kommt.

Das Gehirn austricksen. Wenn ihr euch warme Mahlzeiten zubereitet, serviert sie auf einem kleinen Kuchenteller. Diese Portion ist in der Regel völlig ausreichend um satt zu werden.

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