Südengland Reise 2014 Teil 2 – Tintagel & der Atlantik

Ich verlasse Glastonbury mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite wäre ich gerne länger geblieben, auf der anderen freue ich mich darauf, neue Orte zu entdecken und besonders auf den Atlantik! Die Fahrt dauert etwas mehr als zwei Stunden. Bevor wir jedoch nach Tintagel fahren, geht es etwas weiter südlich zur Atlantikküste. Während der Fahrt durch Cornwall ziehen weiche, hügelige Landschaften an uns vorbei. Die Gegend wird immer schöner und ich bemerke, wie ich mir ausmale hier zu wohnen. Wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt, scheine ich das Zugvogel Gen zu haben und fliege quasi wohin mein Herz mich führt. Auch wenn mein Herz früher vielleicht eher vor merkwürdigen Mitbewohnern, Nachbarn oder Gegenden geflüchtet ist. Spannend wie fremd bestimmt sich das Leben anfühlt, wenn man so sehr im außen und so wenig im Kontakt mit sich selbst ist. Heute habe ich gelernt, dass der Begriff Schicksal aus Schick und Sal besteht und quasi geschicktes Heil bedeutet. Glücklicherweise hat das Schicksal irgendwann eingegriffen, aber das ist ein anderes Thema, welches ihr auch noch mal in Kurzform in folgendem Beitrag lesen könnt: Der Tag an dem ich mich verlor um mich wieder zu finden.

Zurück nach Cornwall. Je näher wir dem Atlantik kam, desto größer wird meine innere Unruhe. Ich will unbedingt das Meer sehen, riechen, spüren! Als es schließlich in Sichtweite kommt, zerspringt mein Herz fast vor Freude.

Nach einer kurzen Kaffee Pause gehen wir schließlich an der Küste entlang. Ich kann es nicht fassen wie wunderschön es dort ist und fühle mich sehr belebt. Dann geht es die Klippen hinunter und ich bin froh, meine Wanderschuhe dabei zu haben. Die Stufen sind recht unregelmäßig und man fühlt sich teilweise wie ein Hobbit der auf Elbentreppen wandert.

Unten angekommen ziehe ich meine Schuhe aus und da geht es plötzlich los. Die Steinklippen und Felsen, das Wasser und die Wellen, der Wind. All diese Sachen um mich herum entfachen meine Lebensgeister wie noch nie zuvor. Hatte ich vorher schon geglaubt vor Freude überzuschäumen, so multiplizierte sich dieses Gefühl hier noch mal um das zehnfache.

Die erste Wahrnehmung machen wir in einer Höhle, durch die man zu einem anderen Strandabschnitt gelangt. Ich muss mich nicht wirklich konzentrieren um etwas wahr zu nehmen, da ich bereits seit einigen Minuten körperlich und emotional so einiges merkte. Es fällt mir eher schwer mich zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen, da ich am liebsten aus vollem Herzen laut los jubeln möchte. Offenbar geht es den anderen ebenfalls ähnlich und Heike, von der ich das Gefühl habe, dass sich bei uns des öfteren Wahrnehmungen decken, beschreibt ihre Gefühle recht ähnlich. Ich habe den Strand bereits in meinen Gedanken in „Der Sex Strand“ getauft, da ich am liebsten nackt umher springen und mich am Strand räkeln würde . Allerdings ist das Gefühl in keiner Weise verrucht, wie nun der ein oder andere denken mag, sondern auf eine ganz natürliche, verspielte, vergleichbar, wie die Wellen und der Wind, welche miteinander voll purer Lebenslust spielen.

Dann geht es weiter in Richtung der „Bedruthan Steps“. Da die Ebbe noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat und der Teil des Strandes noch nicht weit genug frei gelegt ist um zu Fuss zum anderen Bereich zu gehen, gehen wir über einige Felsen durch eine andere Höhle hindurch zu dem Strandabschnitt. Auch hier eile ich der Gruppe in meiner Euphorie ein wenige voraus und summe die ganze Zeit das Lied von der kleinen Meerjungfrau vor mich hin. Auf der anderen Seite gibt es dann einen kleinen Wasser-Stein Drachen, welcher direkt an dem großen Felsen liegt. Ein sehr bezauberndes, kleines Geschöpf dem man auch mal „hallo“ sagen kann 😉

Auch bei der nächsten Mediation kann ich kaum still sitzen. Es ist fast, als ob die Wellen und der Wind mir zurufen „jetzt komm schon und spiel mit uns“. Auf dem Weg zurück zum ersten Strand kann man bereits durch das seichte Wasser gehen und ich springe immer wieder den Wellen entgegen. Von allen Orten auf der Reise, hat mich dieser wohl am meisten angesprochen mit seiner Lebenslust, Verspieltheit und Freiheit.

Wieder oben angekommen, steigen wir ins Taxi und fahren ca. eine Stunde nördlich nach Tintagel. Da es nur ein Gästehaus gab, in dem drei von uns unterkommen können, werden die anderen je in einem Gästehaus untergebracht. Eine Unterkunft ist eine Jugendherberge um die sich erstmal natürlich nicht gestritten wird. Als ich höre, dass sie direkt an der Küste liegt, meldete ich mich direkt dafür.

Am nächsten morgen werde ich für diese Entscheidung mit einem fantastischem Ausblick belohnt! Nachdem wir uns alle gegen 10 Uhr in Tintagel getroffen haben, gehen wir zunächst runter zu „Merlins Cave“ (Merlins Höhle). Da diese aber direkt am Atlantik in einer Bucht liegt und die Flut bereits wieder eingesetzt hat, können wir nur wenige Augenblicke bleiben, bevor wir die Höhle wieder verlassen müssen. Trotzdem haben wir noch Zeit für eine kleine Meditation und ich spüre eine magische Tiefe an diesem Ort.

Als nächstes geht es dann hoch hinauf zum Schloss. Oben angekommen, machen wir wieder ein paar Wahrnehmungen an verschiedenen Orten und man merkt, wie unterschiedlich die Energie ist. So habe ich zum Beispiel den einen Ort als schwer empfunden, was ich in Zusammenhang mit der Geschichte und den Menschen bringe die dort früher lebten. Tatsächlich sah ich Klippen und Gräber im Nebel. Danach geht es weiter nach vorne zu den Klippen. Dort weht wieder der Wind und man kann weit aufs Meer hinaus schauen. Hier empfinde ich die Energie wiederum als leichter und tatsächlich kommt immer wieder ein Gedanke in meinen Kopf: „Wenn man sich umbringen will, dann wäre dies der schönste Ort dazu.“. Hört sich vielleicht etwas extrem an, aber ich habe ein sehr liebevolles, ruhiges Gefühl dazu. Nein, ich hege keine suizidalen Gedanken. Sich selbst umzubringen sehe ich persönlich auch nicht als die Lösung aller Dinge, da wir dann im nächsten Leben wieder die gleichen Themen bekommen. Selbstmord ist meiner Meinung nach wie Sitzen bleiben in der Schule.

Der nächste Treffpunkt ist um 18 Uhr bei Merlins Höhle und wir haben alle noch ein wenig Zeit das zu tun, was wir möchten. Für die einen heißt das Shopping Tour (was man auch in Tintagel hervorragend machen kann), für mich heißt das runter zum Strand und ab ins Wasser. Der Atlantik ist nur zu beginn etwas frisch, dann jedoch sehr angenehm. Ich schwimme zu dem großen Felsen. Früher habe ich immer so getan, als ob ich eine Meerjungfrau sei. Oft kam ich vom Schwimmbad mit roten Augen vom Chlor und dem Gefühl nicht richtig einatmen zu können, da ich zu viel Wasser geschluckt hatte. Was auch sehr beliebt war, war beide Beine in eine Schlafanzughose zu stecken und auf dem Flur rum zu robben. Irgendwann verschwand diese Teil wieder, wobei ich Meerjungfrauen immer noch toll fand. Nur robbte ich nicht mehr mit beiden Beinen in einer Hose auf dem Flur herum. Es gibt in Amerika einen Menschen der Fischschwänze herstellt und irgendwann werde ich mir bestimmt auch so einen anfertigen lassen. Aber das Thema Meerjungfrauen kam in genau diesem Moment wieder zu mir zurück. Zusammen mit einem Verständnis von der Astralen Welt. Ich wusste schon als Kind , dass es Meerjungfrauen wirklich gibt und stand damals an der Nordsee, starrte stundenlang aufs Wasser und war mir sicher, dass ich jeden Moment eine sehen müsste. In diesem Moment auf dem Stein jedoch habe ich das Gefühl nicht allein zu sein. Ich denke darüber nach, wie das Märchen von der kleinen Meerjungfrau wohl zu deuten sein könnte und denke nun sofort an eine astrale Meerjungfrau, welche sich dazu entschied als Mensch zu inkarnieren um den Menschen bei ihrem Entwicklungsprozess zu helfen. Alternativ oder zusätzlich könnte sie sich in meiner romantischen Vorstellung natürlich trotzdem unsterblich in einen Menschen verliebt und dafür ihre Welt verlassen haben und nun karmisch mit ihrer großen Liebe verbunden sein. Irgendwann klettere ich den Felsen ganz nach oben und während ich über all dieses Sachen nachdenke, kommen mir wieder die Tränen. Der Gedanke an diese Wesen, das Meer und die Energie die dort herrschen berühren mich zutiefst. Die Welt ist viel zauberhafter als das was sich die meisten Menschen darunter vorstellen.

Zurück in der  Höhle. Ohne den Zeitdruck kann man den Ort natürlich viel besser genießen und wahrnehmen. Schnell merke ich, dass dies ein ganz besonderer Ort für mich ist. Ungefähr ein Jahr zuvor war ich bei einer Schamanin. Dort bekam bzw. wählte ich zwei Steine. Der eine Stein sollte für alles stehen, was mich blockiert und sollte bereits relativ schnell von mir irgendwo in die Natur gebracht werden. Der zweite Stein sollte an einen ganz besonderen Ort, denn er stand für alles positive in meinem Leben. Bereits in dem Moment als mir dies gesagt wurde wusste ich, dass er auf diese Insel sollte. Wobei ich zunächst an Schottland dachte. Während der gesamten Reise trug ich den Stein bei mir um ihn dabei zu haben, wenn ich diesen Ort finden würde. Eigentlich dachte ich daran, am nächsten morgen noch einmal in Ruhe her zu kommen. Doch plötzlich verselbstständigte sich alles. Martin und ich klettern über die Steine und durch seichtes Wasser zur anderen Seite der Höhle. Dort angekommen tönen wir und es ist, als ob er mich direkt zu dem Ort geführt und dann auch das kleine Ritual eingeleitet hat um das große zu beenden. Ich gehe weiter vor und weiß, dass hier irgendwo der Platz ist. Also lasse ich mich von meinem Gefühl und den Zeichen leiten und finde schließlich die Stelle, wo ich den Stein dem Meer übergebe. Tränen steigen in meine Augen und ich schluchzte vor mich hin. Nie hätte ich gedacht, dass es mir so schwer fallen würde einen Stein gehen zu lassen. Wobei dieser Stein natürlich auch nur oberflächig gesehen einen Stein darstellte. In Wirklichkeit stand er für viel mehr. Für das los lassen des Alten und gleichzeitig dem Annehmen und entgegen treten des Neuen. In dem Moment höre ich hinter mir unsere Gruppe tönen und es hört sich an, als ob Engel singen. Das bringt die Tränen erst richtig zum fließen und mit jeder Träne lasse ich einen alten Anteil los und fühle mich immer leichter.

Als ich schließlich soweit bin wieder zurück zu gehen, stehen nur noch Reneta und  Simone am Eingang und tönen. Langsam gehe ich auf sie zu und stelle mich mit in den Kreis. Als wir fertig sind, bedanke ich mich unter Tränen bei den beiden und bin völlig überwältigt von meinem „Stein Abgabe Ritual“. Tönend von einem Mann zu dem Ort geführt, von zwei Frauen tönend wieder in Empfang genommen. Ich kann es kaum fassen was gerade passiert ist und spüre eine tiefe Dankbarkeit und Frieden in mir.

Aufgrund der für mich sehr ereignisreichen ersten zwei Tage in Tintagel, habe ich beschlossen die letzten zwei Tage und das Resumé in den dritten Teil zu verlegen. Ich denke, dass dieser Teil aber schon ganz gut verdeutlicht, dass die geomagische Reise viel mehr ist als eine Sightseeing Reise und bei jedem individuelle Prozesse anregt, was diese Art zu Reisen zu etwas ganz besonders wertvollem macht.

Hier auch noch mal die Links zur Website und zur Facebookseite von Martin und seinen geomagischen Reisen:

http://www.geomagische-reisen.de/

https://www.facebook.com/GeomagischeReisen?fref=ts

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